22·26 Lingenau
Lingenau I Österreich
Die Ziele
“Für das Prinzip 22·26 war ein geometrisch optimierter Massivbau mit entsprechenden Raumhöhen zwingend notwendig, so dass die massiven Bauteile als Speichermasse zur Verfügung stehen.”
Die Umsetzung
Schindeln als vielschichtige Botschafter
Die Fassade ist als Fichte-Schindelfassade mit Holzschiebeläden realisiert, das Dach mit anthrazitfarbigem Metallbahnen eingedeckt. Schindeln vermitteln Solidität und setzen zusammen mit dem ausschwingenden Gesims (Schindelwurf) über den Fensterläden klare Bezüge zur Bautradition der Gegend. Es geht hier um das Fortsetzen einer kulturellen Werteskala im Umgang mit dem Bauen: Präzision, Beständigkeit und das Erkennen des Notwendigen.
Die Merkmale
Hohe Aufenthaltsqualität mit Blick ins Freie
Das Besondere des Entwurfs zeigt sich auch im Inneren. Die beiden Etagen mit dem Therapiezentrum verfügen über Erschließungsbereiche, die sich dehnen und zusammenziehen. Dieses Pulsieren kann man metaphorisch für den Verwendungszweck der Geschosse betrachten. Zudem gewinnen die offenen Bereiche ungemein an Aufenthaltsqualität für Wartende, die von hier aus auch ins Freie schauen können. Es sind besondere Fenster, die den Blick nach außen ermöglichen: eingesetzt in 50 Zentimeter starke Ziegelwände, begleitet von schmalen Lüftungsflügeln.
Bildnachweis © Jens Ellensohn